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Chinchillas





Die Welt der Chinchillas und Checkliste !

Liebe Leser,

immer wieder höre ich davon das kranke Chinchillas verkauft werden, das muss nicht sein. Ich möchte Euch heute eine kleine Checkliste an die Hand geben wie man ein offensichtlich gesundes Chinchilla erkennen kann. 100% Garantie für die Gesundheit eines Tieres gibt es nicht, selbst Kotuntersuchung, Ultraschall, röntgen oder andere Diagnoseverfahren können keine Sicherheit bringen.

Warum ist das so?

1. Weil eine Erkrankung durch Stress, Umgebungswechsel, Futterwechsel und viele anderen Umstände ausbrechen kann die vorher nicht da war.

2. Das Magen.- Darmsystem eines Chinchillas extrem labil ist

3.Erkrankungen sich manchmal rasent schnell entwickeln und somit kaum die Möglichkeit einer Frühdiagnostik besteht.

Absichern kann man sich niemals zu 100% offensichtlich kranke Tiere sollten aber niemals ge.- oder verkauft werden und um sich als „neuer“ Halter vor dem Kauf eines offensichtlich kranken Tieres zu schützen sollte man wissen worauf zu achten ist.

Hier also die Checkliste

Offensichtlich gesunde Chinchillas erkennt man daran das

- der After keine Verklebungen aufweist

- die Köttel im Einstreu eiförmig und fest sind, ältere Köttel sollten hart und dunkel sein, frische dunkel und zerdrückbar, aber nicht feucht

- das Fell am Bauch sollte keine gelben Urinflecken aufweisen

- die Geschlechtsorgane sollten nicht gerötet oder stark geschwollen sein

- die Zitzenregion von Weibchen die noch keine Jungen hatten sollten frei von Verkrustungen sein und die Zitzen sollten hell und nicht gerötet oder geschwollen sein

- die Augen müssen klar und glänzend sein

- der Rand der Augen darf keine Verklebungen oder feuchten Stellen aufweisen

- das Fell sollte glänzend, dicht und und durchgehend sein

- es dürfen keine Löcher im Fell erkennbar sein und auch sollte es keine abgefressenen Fellstellen geben

- die Ohren sollten sauber und ohne Schuppen sein

- die Nase muss trocken sein

- das Tier sollte neugierig sein und nicht apathisch in der hintersten Ecke des Käfigs sitzen

- Beim Böckchen darf der Penis nicht von allein aus der Vorhaut schauen

- Die Zähne eines Jungtieres sollten schon mindestens leicht gelblich sein, die eines erwachsenen Tieres müssen gelb bis dunkelgelb sein

- Das Tier darf beim Herausnehmen aus dem Käfig nicht in eine Art Krampf fallen oder stark zittern

Wo Sie niemals Tiere kaufen sollten

1. Auf dem Parkplatz, Händler die Ihnen ihre Tiere einfach so auf einem Parkplatz oder ähnlichem verkaufen wollen sind danach auf und davon, das Problem, wenn Sie ein krankes Tier erworben haben, besteht keine Möglichkeit wieder auf diese Leute zurück zu kommen.

2. In Zuchten oder Zoohandlungen wo offensichtlich kranke Tiere zu sehen sind

3. In Zuchten oder Zoohandlungen wo Chinchillas mit anderem als Chinchillafutter gefüttert werden

4. In Zuchten oder Zoohandlungen wo den Tieren statt echtem Chinchillabadesand Aquarien.- oder Vogelsand zum Baden angeboten wird

Wenn Sie diese kleinen Ratschläge beherzigen, dann ist das schon die halbe Miete, eine 100%ige Sicherheit werden Sie niemals haben, aber mal ehrlich, auch wir werden hin und wieder einmal krank und können auch unsere Chinchillas anstecken. Nicht jede Erkrankung wird beim Kauf mitgebracht, viele Erkrankungen kommen auch durch die Haltung, z. B. faule Zähne, Entzündungen durch eine Erkältungsübertragung von uns auf das Tier, oder Verstopfungen und Durchfälle. Oft sind es Haltungsfehler und manchmal leider auch das eine oder andere Tier das ein nicht ganz so stabiles Immunsystem hat wie ein anderes. Vor diesen Dingen können wir unsere Tiere nur durch sachgerechte Haltung, Tagruhe und Vorsicht schützen, aber auch das nicht zu 100%

Mit freundlichem Grüssen
Anke Suchy


Chinchillas . . . .

Chinchillas sind freundliche kleine Nagetiere die viele Jahre wegen ihres besonders feinen und schönen Fells gejagd wurden und somit in ihrem Ursprungsgebiet Südamerika fast ausgerottet wurden.

Heute stehen die noch letzten freilebenden Tiere unter Naturschutz, es besteht ein absolutes Jagd.-, Fang.- und Ausfuhrverbot.

Durch die Zucht wird auch heute noch der Pelzbedarf an Chinchillafellen gedeckt, aber das ist heute nicht mehr der einzige Grund der Zucht. In der heutigen Zeit erfreut sich das Chinchilla immer mehr der Beliebtheit als Heimtier.

Bei den Zucht-Chinchillas handelt es sich fast ausschliesslich um die lanigera Art. Diese Art ist dämmerungs.- u. nachtaktiv und dadurch nicht für kleine Kinder geeignet.

Chinchillas sind von Geburt an Nestflüchter und kommen dementsprechend voll behaart und voll entwickelt zur Welt. Das sehr feine Fell ist äussert empfindlich gegen Wasser da es keinerlei Fett enthält und somit keine wasserabweisende Wirkung hat, auch bei den erwachsenen Tieren nicht. Aus diesem Grunde ist die Haltung in der gemässigten Zone (siehe Deutschland) im Freien abzulehnen. Auch können durch die Kontaminierung des Futters durch „Wildnager" wie Mäuse schwere und sogar tödliche Erkrankungen auf das Chinchilla übertragen werden.

Chinchillas benötigen einen besonderen, nicht quarzhaltigen Sand zum Baden, denn auch bei ihnen spielt die Körperpflege eine grosse Rolle, auch wenn diese nicht mit der Reinigung durch Wasser einher geht. Das Sandbad ist für das Chinchilla aber nicht nur reine Körperpflege, sondern auch Stressabbau, Entspannung und Spass, wie für uns ein Schaumbad, wenn man so will.

Das Futter muss speziell auf Chinchillas abgestimmt sein, da Futtersorten für Kaninchen, Meerschweinchen oder andere Tiere schlimmste Folgen für das Chinchilla haben kann. Angefangen von Durchfällen, Verstopfungen bis hin zu schweren Leberschäden und Tod kann bei der Fütterung von falschem Futter alles auftauchen.

Die Zufütterung von Heu ist für das Chinchilla sehr wichtig, da es die Ballaststoffe für eine gute Verdauung benötigt. Regelmässige Fütterung zu festgelegten Zeiten und ausreichende Heufütterung garantieren fast schon ein langes Leben. Es gibt in meinem Bekanntenkreis Tiere die schon 16 Jahre alt sind, ich selbst habe ein 11 jähriges Weibchen. Das Durchschnittsalter wird mit 12 Jahren angegeben aber es gibt auch viele die schon älter sind.

Auslauf in der Wohnung sollte ausschliesslich unter Aufsicht stattfinden, da dem Chinchilla grundsätzlich erst einmal alles schmeckt, von Kabeln bis zu Stiften, von Zeitungen bis zu Schränken, wenn sie können versuchen sie alles zu benagen. Abhilfe gibt es nur bedingt, die einzige Möglichkeit die Nagelust unter Kontrolle zu bringen sind viele Äste und Zweige im Käfig unterzubringen und dem Tier so genügend Nagematerial zur Verfügung zu stellen. Die Gefahren in der Wohnung beim Auslauf sind mannigfach und können hier kaum alle Platz finden, die meisten Unfälle sind aber vermeidbar, wenn der Besitzer sein Tier im Auge behält und besonders gefährliche Gegenstände wie brennende Kerzen, offene gefüllte Wassereimer, diverse giftige Pflanzen usw. aus dem Auslaufraum stellt oder besonders darauf achtet das das Tier da nicht dran kann. Kabel lassen sich z. B. gut in Kabelkanal (Baumarkt) verstecken.

Der Käfig sollte so gross wie möglich sein und eine Höhe von ca 1,50 m nicht überschreiten. Meine Käfige sind alle nicht höher als 1 m weil ich in höheren Käfigen schon tödliche Stürze erleben musste. Die Breite und Tiefe der Käfige kann kaum gross genug gewählt werden, allerdings bei genügend Auslauf wird sich ein für Sie passender Käfig sicher finden lassen.

Auch Chinchillas müssen trinken, dazu eignen sich hervorragend Wasserflaschen mit einem Glasröhrchen da diese gut zu reinigen sind und man schnell erkennen kann ob sich vielleicht schon Algen gebildet haben (im Sommer leider keine Seltenheit)

Das Einstreu sollte normales Holzeinstreu sein, es ist weich, saugt gut jede Flüssigkeit und die Tiere fressen manchmal auch Anteile davon, deshalb darf es auch nicht chemisch behandelt sein. Der Zoofachhandel bietet unterschiedliche Holzspansorten an die nicht behandelt sind.

Der Käfig muss zu dem noch über in verschiedenen Höhen angebrachte Sitzbretter, einem Futternapf, einer Raufe, einen Salzleckstein und einen Nagestein verfügen. Dazu sollte noch mindestens 1 Schlafhaus oder eine Höhle als Versteck mit in den Käfig gegeben werden.

Chinchillas zählen in der Natur zu den Flucht.- u. Beutetieren, ihrer Art entsprechend benötigen sie diese Verstecke um sich wohlfühlen zu können.

Auch zählen diese Tiere zu den sogenannten Dauerausscheidern, das heisst, sie verlieren fast ständig Köttelchen. Da diese aber bei Gesundheit des Tieres fest und geformt sind tut ein Staubsauger oder ein Besen nach dem Auslauf schnell und einfach seinen Dienst. Da Chinchillas meist sehr reinliche Tiere sind und es häufig eher vorziehen im Käfig ihren Urin zu lassen gibt bei der „Erziehung" zur Stubenreinheit bezüglich Urin nur selten Probleme.

Je mehr ihr Mensch sich abends mit ihnen beschäftigt, desto zahmer können die Chinchillas werden. Dabei spielt es keine Rolle ob sie ein oder mehrere Tiere haben. Das Chinchilla ist ein Tier welches anderer Chinchillas bedarf, will sagen, halten Sie bitte mindestens zwei Tiere da sie als Mensch kaum einen gleichartigen Partner ersetzen können. Es besteht die Möglichkeit zwei Weibchen oder auch zwei Böckchen in einem Käfig zu halten, leider geht dies nicht mit jedem Tier und so ziehe ich persönlich die gegengeschlechtliche Pärchenhaltung vor. Bitte halten Sie niemals 2 Weibchen und zwei Böckchen oder ähnliche Zusammenstellungen in einem Käfig zusammen, das bringt zu 90% Ärger und evtl. auch Todesfälle. 1 Bock und zwei Weibchen dagegen geht oft gut, obwohl auch hier Vorsicht geboten ist, warum, dazu kommen wir später noch. Nachteil: es gibt regelmäßig, ein bis zweimal im Jahr Junge. Die Grösse der einzelnen Würfe schwankt zwischen normalerweise einem und drei Jungen, grössere Würfe können vorkommen sind aber nicht die Regel. Auch drei Würfe in einem Jahr von einem Weibchen sind möglich, aber sehr selten da die Tiere im Durchschnitt 111 Tage lang tragen.

@Anke Suchy für tier-magazin.de




 

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